Der wunderbare Mandarin, Herzog Blaubarts Burg
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Béla Bartók / Marianna Venekei
Der wunderbare Mandarin (Ballett in einem Akt) / Herzog Blaubarts Burg (Oper in einem Akt)
Dauer: 2 Stunden inklusive einer Pause
Sprache: Ungarisch
Übertitel: Ungarisch, Englisch
Béla Bartóks zwei äußerst einflussreiche Bühnenwerke untersuchen die Dynamik der Beziehung zwischen Mann und Frau sowie die tieferen Schichten ihrer Persönlichkeiten, präsentiert von Künstlern, die durch die Verbindung von Tradition und Innovation die in diesen Werken enthaltenen Möglichkeiten für ein Publikum des 21. Jahrhunderts erschließen. In Marianna Venekeis Choreografie von Der wunderbare Mandarin, 2024 uraufgeführt, wird die innere Welt der Figuren durch die Sprache des Tanzes in einem evozierten großstädtischen Milieu untersucht. In der 2018 inszenierten Produktion von Herzog Blaubarts Burg, die das 100-jährige Jubiläum der Uraufführung markiert, enthüllt Regisseur Kasper Holten die symbolischen Türen der männlichen Psyche, indem er das ehemalige Maleratelier des Opernhauses heraufbeschwört.
Hinweis für Eltern: Die Vorstellung ist für Kinder unter 14 Jahren nicht empfohlen.
Synopsis
Der wunderbare Mandarin
Im hektischen Treiben der Großstadt hat es jeder eilig. Inmitten dieser Eile raubt eine vierköpfige Bande – drei Landstreicher und ein Mädchen – ahnungslose Passanten aus und überfällt sie. Nur eine seltsame Gestalt hebt sich aus der Menge hervor: Ihr Gang würde in einen Zeitlupenfilm passen, und ihre Erscheinung erzeugt eine ungewöhnliche Atmosphäre – es ist der Mandarin. Sein Blick trifft den des Mädchens, und von diesem Moment an lässt er sie nicht mehr aus den Augen, er folgt ihr unablässig, fast obsessiv.
Die Bande geht in ihrem Versteck ihrem gewohnten Alltag nach: Die Mitglieder teilen die Beute ihres letzten Überfalls und planen die Details ihres nächsten Verbrechens. Es handelt sich um eine kleinformatige, am Rand stehende Gruppe mit zwielichtigen Geschäften, in der das Mädchen ebenfalls eine feste Rolle spielt. Plötzlich erscheint in der Ferne die Gestalt des Mandarins, der sich unaufhaltsam auf das Mädchen zubewegt. Ein älterer Herr taucht auf, der der Bande Geld schuldet, und bezahlt schließlich widerwillig. Danach schleicht sich ein junger Mann ins Versteck, der Drogen kaufen will.
Anschließend betritt der Mandarin den Raum. Die Bande kennt ihn nicht und weiß nicht, was sie mit ihm anfangen soll. Die drei Landstreicher überlassen es dem Mädchen, die Absichten des Fremden zu ergründen. Der Mann bleibt stumm; die üblichen „Verhörmethoden“ funktionieren nicht, und das Mädchen versucht mit allen Mitteln, ihn zum Sprechen zu bringen – vergeblich. Sie fragt, verhört und reizt ihn zunehmend heftig. Schließlich zeigt der Mandarin sein wahres Wesen. Das Mädchen kämpft verzweifelt gegen den unbändigen, tobenden Fremden. Doch die unglaubliche Energie und ein unübersehbarer, drängender Wunsch zu lieben und zu geben überzeugen sie. Sie geht mit ihm, doch die drei Landstreicher wollen ihn nicht entkommen lassen. Sie versuchen, den Mandarin auf verschiedene Weise zu töten, und hängen ihn schließlich auf. Das Mädchen ist verzweifelt und hält den toten Mann ein letztes Mal in ihren Armen. Hinter ihrem katatonischen Solo kehrt die Großstadtkulisse zurück, und eine unsichtbare Kraft zieht sie wieder hinein, während die letzten Musikklänge die gebrochene Gestalt des Mädchens verschlingen.
Herzog Blaubarts Burg
Die Protagonisten der symbolistischen Oper von Béla Bartók und Béla Balázs sind Herzog Blaubart und seine Frau Judith, die ihre Familie und ihren Verlobten verlassen hat, um ihrer Liebe zu folgen. Doch Blaubarts Burg – das heißt seine Seele – enthält sieben verschlossene Türen. Judith überredet ihren Mann, sie eine nach der anderen zu öffnen.
Hinter der ersten Tür befindet sich die Folterkammer, die zweite führt zur Rüstkammer. Noch immer unzufrieden möchte Judith die anderen Türen öffnen, um das Schloss ihres Geliebten mit Licht zu füllen. Blaubart gibt ihr drei weitere Schlüssel: Der dritte gehört zur Schatzkammer, der vierte öffnet die Tür zum verborgenen Garten. Doch sowohl der Schatz als auch die Blumen sind blutig. Auf Blaubarts Geheiß öffnet Judith auch die fünfte Tür, hinter der Blaubarts Reich in hellem Glanz erstrahlt. Doch die Wolken werfen dunkle Schatten.
Judith will nun hinter die „innersten“ Türen sehen, doch Blaubart bittet vergeblich: Sie darf nicht fragen, sondern ihn nur lieben. Judith erhält den sechsten Schlüssel, der die Tür zum Tränensee öffnet. Hinter der letzten Tür erscheinen die drei früheren Ehefrauen. Alles versinkt in Dunkelheit.
Programm und Besetzung
Der wunderbare Mandarin
Dirigent: Péter Halász
Der Mandarin: Iurii Kekalo, Mikalai Radziush
Das Mädchen: Lea Földi, Jessica Leon Carulla
Mit dem Ungarischen Nationalballett und dem Orchester der Ungarischen Staatsoper.
Choreografie: Marianna Venekei
Bühnenbild: Gergely Zöldy Z
Kostümbild: Szelei Mónika
Videodesign: Zsombor Czeglédi
Assistent der Choreografie: Ágnes Sárközy-Holler
Ballett-Company Répétiteur: István Kohári, Ágnes Sárközy-Holler, Marianna Venekei
Komponist: Béla Bartók
Librettist: Menyhért Lengyel
Herzog Blaubarts Burg
Dirigent: Péter Halász
Judith: Judit Kutasi
Blaubart: Mikhail Petrenko
Mit dem Orchester der Ungarischen Staatsoper
Regie: Kasper Holten
Bühnenbild: Steffen Aarfing
Lichtdesign: Ulrik Gad
Dramaturg: Judit Kenesey
Englische Übersetzung: Péter Zollman
Komponist: Béla Bartók
Librettist: Béla Balázs
Ungarische Staatsoper
INFORMATION BEI VOLLEM HAUS!
Sollten für die gewählte Zeit alle Sitzplätze ausverkauft sein, Sie aber trotzdem unsere Produktion an diesem Tag sehen wollen, beginnen wir 2 Stunden vor Vorstellungsbeginn mit dem Verkauf von 84 unserer äußerst günstigen Stehplätze, mit denen Sie die besuchen können Galerie im 3. Stock. Tickets können an der Kasse des Opernhauses und über unsere Online-Schnittstelle erworben werden. Wir machen Sie darauf aufmerksam, dass die Bühne von den Stehplätzen und den Seitensitzen nur eingeschränkt einsehbar ist, gleichzeitig aber auch die Nachführung durch die Fernsehübertragung vor Ort unterstützt wird.
Das Gebäude der Ungarischen Staatsoper (ungarisch: Operaház) ist eines der prachtvollsten Beispiele der Neorenaissance-Architektur im Stadtteil Pest der ungarischen Hauptstadt Budapest. Zu finden ist es im VI. Bezirk (Terézváros) an der Andrássy út 22.
Das Opernhaus wurde zwischen 1875 und 1884 errichtet und von der Stadt Budapest sowie Kaiser Franz Joseph finanziert. Das Ungarische Königliche Opernhaus, wie es damals hieß, wurde am 27. September 1884 feierlich eröffnet. Das Gebäude ist überaus reich geschmückt mit barocken Elementen, mit zahlreichen Ornamenten, Gemälden und Skulpturen. Besonders erwähnenswert sind die Wandgemälde in Treppenaufgängen und dem Zuschauerraum der Oper, welche von Bertalan Székely, Mór Than und Károly Lotz angefertigt wurden. Die Budapester Oper gilt als eines der Meisterwerke von Miklós Yblund als eines der schönsten Opernhäuser der Welt.
Vor dem Gebäude findet man jeweils eine Statue von Ferenc Erkel, dem Komponisten der ungarischen Nationalhymne, und von Franz Liszt, beide geschaffen von Alajos Stróbl.
Ferenc Erkel war der erste Direktor der Oper, aber auch der bedeutende österreichische Komponist Gustav Mahler hielt hier von 1888 bis 1891 das Direktorenamt inne. Selbst Puccini hat zweimal persönlich die Premieren seiner Opern hier inszeniert.
Viele wichtige Künstler waren da Gäste, inklusiv der Komponist Gustav Mahler, der an Direktor der Budapester Staatsoper von 1887 bis 1891 war. Er hat zum internationalen Ansehen dieser Institution beigetragen. Wagners Opern wurden aufgeführt, sowie Magcagnis Cavalleria Rusticana. Die ungarische Staatsoper erhielt immer einen professionellen Standard, viele internationale Persönlichkeiten wie: Renée Fleming, Cecilia Bartoli, Monserrat Caballé, Placido Domingo, Luciano Pavarotti, José Cura, Thomas Hampson and Juan Diego Flórez wurden eingeladen auf der Bühne aufzutreten. Die ungarische Besetzung inkludierte unter anderem hervorragende und berühmte Künstler wie: Éva Marton, Ilona Tokody, Andrea Rost, Dénes Gulyás, Attila Fekete and Gábor Bretz.
Zu den bedeutenden Dirigenten der Staatsoper gehören Otto Klemperer, Sergio Failoni und Lamberto Gardelli. Zweite Spielstätte der Ungarischen Staatsoper ist das Erkel Theater.

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